Zentrales Ärzteverzeichnis? Gibt es so etwas überhaupt?

Mediziner scheinen eine beliebte Zielgruppe diverser Adressbuchverzeichnisse zu sein.

Derzeit versendet die Fa. ÖGR Verwaltung e.K. mit Sitz in Berlin ein Formular.

Im Kopf des Formulars steht „Zentrales Ärzteverzeichnis“, rechts davon erscheint ein Äskulapstab.

Der Empfänger dieses Formulars wird gebeten, die bereits eingetragenen Daten zu prüfen und dann das Formular zurückzusenden.
Kommt der Empfänger dieser Bitte nach, kommt nach Auffassung von Herrn Luca Melenk ein 2-Jahresvertrag für das Verzeichnis unter zentrales-aerzteverzeichnis.de  zustande. Fürs erste Jahr sind dann mal gleich € 744,00 (netto) fällig.

Ob der Eintrag in einem solchen Verzeichnis überhaupt einen Wert hat, mag dahingestellt sein. Das AG Wismar (U. v. 20.05.2009 12 C 380/09) sah das in einem ähnlich gelagerten Fall einer anderen Adressbuchfirma nicht so, sondern ging sogar soweit, den Vertrag dort als sittenwidrig zu beurteilen.

Zumindest sollte man zunächst darüber nachdenken, bevor man seine Unterschrift unter ein Formular setzt, von dem man nicht 100%ig sagen kann, wo es denn eigentlich herkommt.
Spätestens mit Zugang der Rechnung sollte der Betroffene überlegen, was er in der Sache unternehmen will.

 

 

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