Wer braucht solche Firmen bzw. Plattformen im Internet?

Die Fa. Melango GmbH, Neefestr. 88, 09116 Chemnitz heißt jetzt laut Impressum (Stand: 18.06.2013) JW Handelssysteme.

Die Geschäftsführer David Jähn und Thomas Wachsmuth betreiben über die o.g. Fa. das Portal nur-fuer-gewerbekunden.de.

Da wird auf der Eingangsseite mit Produkten wie IPads etc. geworben, zu besonders günstigen Konditionen.

Mit der Registrierung bei nur-fuer-gewerbekunden.de soll man den Zugang zu über 20.000 Händlern, Großhändlern, Restposten- und Konkurswarenhändlern erhalten.

Dort soll man dann Produkte um bis zu 90% billigen kaufen können. An dieser Stelle fragt man sich schon, billiger als was. Einkaufspreis des Händlers, Verkaufspreis des Ladens etc.

Entscheidend ist aber, dass man den Zugang zu nur-fuer-gewerbekunden.de bezahlen muss. Also, mit der Online-Anmeldung ein 2 Jahresvertrag geschlossen wird mit Kosten von € 298,80 im Jahr. Mithin ist man erst mal ca. € 600,00 los, bevor man etwas davon hat.

D.h. man zahlt jemanden Geld dafür, dass man sparen will? Tolles Konzept!

Viel beeindruckender aber ist die Ausdrucksweise der Fa. in ihren Schreiben an Kunden sowie in den Geschäftsbedingungen. Da fühlt man sich als Kunde gleich gut aufgehoben, wenn einem mit einer Strafanzeige gedroht wird:

„Betrugs- und Täuschungsversuche im Zusammenhang mit unserem B2B-Portal führen zur sofortigen Strafanzeige und zur Einleitung eines Strafverfahrens bei der zuständigen Staatsanwaltschaft.“

Oder der Hinweis auf die eigene Mahn- und Vollstreckungsabteilung.

„… Eine ehrliche Zahlungsbereitschaft vorausgesetzt, helfen wir unseren Kunden nach Kräften, auch solche Probleme zu meistern. Nur Ausreden, Doppelzüngigkeit und wissentlich falsche Angaben können dieser Hilfe ein jähes Ende setzen.“

Das fühlt man sich doch gleich doppelt gut aufgehoben.

Der Mahnung zur Zahlung legt die Fa. melango/JW Handelsysteme zugleich eine Übersicht von Resp. bei aus der sich ergeben soll, dass ein Anspruch der Fa. gegeben ist.

Dazu muss man sagen, dass es sich dabei um Einzelfallentscheidungen verschiedener Gerichte handelt.

Das AG Peine (U. v. 24.01.2013, 5 C 440/11) hat einer neg. Feststellungsklage gegen die Fa. Melango GmbH stattgegeben.

Das Gericht hatte einen Sachverständigen beauftragt. Dieser sollte das Zustandekommen eines Online-Vertrags beschreiben.

Dabei wurde festgestellt, dass bereits mit Ausfüllen der pers. Daten auf der Eingangsseite und mit Übergang auf Schritt 2 bereits die Daten des Kunden an Melango weitergegeben wurden und nicht erst bei Betätigung des Buttons „jetzt Anmelden“.

Ob diese Entscheidung auch weiter Anwendung findet, muss in Zukunft auf den Einzelfall hin geprüft werden.

Also, jeder muss selbst entscheiden, ob er sich auf einem solchen Portal eintragen will oder nicht.

Man kann aber auch gut darauf verzichten.

 

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