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Unerwartet schwere Erkrankung – es kommt auf die Sicht des „Durchschnittskunden“ an

Im Reiseversicherungsrecht kommt es bei der Stornierung der Reise wegen Erkrankung auf deren schwere an und ob diese Erkrankung auch unerwartet war.

Das AG Hamburg- St. Georg (U. v. 21.02.2014 – 911 C 235/13 [noch nicht rechtskräftig]) hatte einen Fall zu entscheiden, bei dem vor der Reisebuchung beim Versicherungsnehmer ein Vorhofflimmern diagnostiziert worden war. Der VN wurde behandelt.

Nachdem die Reise gebucht worden war, traten  kurz vor Reisebeginn bei dem VN symptomatische Herzrhythmusstörungen auf. Der behandelnde Arzt riet von der Reise ab, bescheinigte ab der dem VN, dass aus ärztlicher Sicht zum Zeitpunkt der Buchung der Reise, der VN mit palnmäßigem Antritt hätte rechnen dürfen.

Nach Ansicht des AG Hamburg St-Georg kommt es aber darauf nicht an, sondern, der Reisende hätte in seiner speziellen Situation den Arzt bei der Buchung der Reise befragen müssen und sich zu diesem Zeitpunkt die Bestätigung der Reisefähigkeit holen müssen.

Soweit das Urteil rechtskräftig werden sollte, ist es jedem Reisenden, der unter bestimmten Vorerkrankungen leidet anzuraten, bevor die Buchung vorgenommen wird und eine Reiserücktritt- oder Reiseabbruchversicherung  abgeschlossen wird, mit dem Hausarzt über die Reisefähigkeit zum Zeitpunkt der Buchung zu sprechen und sich diese bestätigen zu lassen.

Unterlässt man dies, kann es böse Überraschungen geben.

Im vorliegenden ging es immerhin um Stornokosten in Höhe von € 4.158,00.

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