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Reiseantritt bereits bei Online-Check-In? – Reiserücktrittversicherung –

Viele Veranstalter und Fluglinien bieten den Passagieren an, den sog. Online Check-In vorzunehmen.

Ursprünglich wurde eine Flugreise mit dem Einchecken des Gepäcks am Counter angetreten (vgl. bei van Bühren/Nies, Reisversicherung, 3. Auflage, Rd. 68).

Das Eintreffen der versicherten Reisenden allein am Flughafen ist noch kein Reiseantritt.

Maßgeblich soll sein, ob der Passagier Leistung des Veranstalters in Anspruch nimmt (vgl. Van Bühren/Nies, aa.a.O.)

Nun das könnte sich dadurch verändert haben, dass die Veranstalter oder Fluglinien auch dazu übergegangen sind, den sog. Online-Check anzubieten.

Online-Check-In

Dabei werden die Daten des Kunden beim Online-Check-in (oder E-Check-in)  vom PC aus über das Internet eine Bordkarte – bzw. ein Bordpapier – ausdrucken. Sofern der Kunde über kein aufzugebendes Gepäck verfügt, spart er die Zeit des herkömmlichen Check-in.

Das Vorzeigen und Einlösen der Flufhefte bedeutet noch keinen Reisantritt, wenn der Reisende während der Abwicklung durch das Bodenpersonal einen Kollaps erleidet und die Mitarbeiterin den Check-In weiter vollzieht (vgl. van Bühren / Nies, a.a.O.)

Wie stellt sich nun aber die rechtliche Situation dar, wenn der Reisende Online eingecheckt hat, aber die Reise nicht mehr antreten kann, weil er plötzlich schwer erkrankt.

Nach Auffassung des AG München (U. v. 30.10.2013 – 171 C 18960/13 – ) diene das Online-Check-In-Verfahren den wirtschaftlichen Interessen der Fluggesellschaften. Beim  Online Check-In, erkläre der Nutzer lediglich die Absicht, Dienste der Fluggesellschaft in Anspruch nehmen zu wollen.

Das Gericht spricht davon, dass der Reisende die Reise faktisch angetreten haben müsse, sei es durch Vorlege der Bordkarte bei passieren des Gates oder die Aufgabe von Gepäck (s.o.).

Also, wer eine Reiserücktrittsversicherung hat, online eingecheckt hat, dann wegen unerwarteter, schwer Erkrankung nicht fliegen kann, hat gute Aussichten die durch das Storno ausgelösten Kosten erstattet zu bekommen.

Ganz konsequent ist das Gericht jedoch nicht, wenn man davon ausgeht, dass auch die Nutzung eines neuen Zugangs-System,  bereits die faktische Nutzung des Systems darstellt, ohne dass es sich direkt „körperlich“ (z. B. Eintritt in das Gate auswirkt).

Bleibt abzuwarten, ob sich dazu noch weitere Rechtsprechung  entwickelt.


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