unerwartet

Tag Archives

Unerwartet schwere Erkrankung – es kommt auf die Sicht des „Durchschnittskunden“ an

Im Reiseversicherungsrecht kommt es bei der Stornierung der Reise wegen Erkrankung auf deren schwere an und ob diese Erkrankung auch unerwartet war.

Das AG Hamburg- St. Georg (U. v. 21.02.2014 – 911 C 235/13 [noch nicht rechtskräftig]) hatte einen Fall zu entscheiden, bei dem vor der Reisebuchung beim Versicherungsnehmer ein Vorhofflimmern diagnostiziert worden war. Der VN wurde behandelt.


Die Facharztklausel in den Reise – Versicherungsbedingungen ist wirksam

Das Amtsgericht Hamburg hat in einem Hinweisbeschluß die wohl allgemeine Meinung bestätigt, dass unter bestimmten Umständen (z.B. psyische Erkrankung) ein Facharztattest vorzulegen ist, wirksam ist (HB v. 20.09.2013, 15a C 54/13).

Das Amtsgericht bezog sich dabei auf eine Entscheidung des AG Hamburg Wandsbek aus 2006.

Dort hatte der Kläger zunächst eine unerwartet schwere Erkrankung unter Vorlage eines Attestes eines praktischen Arztes, später weitere fachärztliche Erklärungen bei der Versicherung eingereicht.

Das Amtsgericht sah keine Obliegenheitsverletzung darin, dass der Kläger diese sog. Facharztatteste erst zu einem späteren Zeitpunkt eingereicht hatte, da ihm die Versicherungsbedingungen auch erst später zugegangen waren (vgl. AG Hamburg Wandsbek, U. v. 07.02.2006, 713B C 19/05).

Nach Auffassung des AG Hamburg (s.o.), besteht keine Verpflichtung des Reisenden, bereits bei der Stornierung ein solches Facharzt Bescheinigung bei zu bringen.

Im Falle eines Reiseabbruchs wegen psychischer Erkrankung ist dem Reisenden dringend anzuempfehlen, schnellstmöglich einen Facharzt zu konsultieren, wenn er nicht das Risiko eingehen möchte, auf den Reisekosten hängen zu bleiben, die durch den Rücktritt entstanden sind.


Auch eine chronische Erkrankung (Bluthochdruck) kann zum Reiserücktritt berechtigen

Diese Auffassung vertrat jüngst das AG Hamburg-Barmbek (B. v. 19.02.2013 811a C 160/12) und bezog sch dabei auf eine Entscheidung des LG Hamburg aus dem Jahr 2002.

Eine chronische Erkrankung, die eine Reisefähigkeit grds. nicht in Frage stellt, kann zum Rücktritt berechtigen, wenn die eingetretene Verschlechterung erheblich ist

Das LG Hamburg (U. v. 25.10.2002, 306 O 137/02; RRa 2003, 43) hatte einer an Bluthochdruck erkrankten aber durch Medikamente eingestellten Reisenden Recht gegeben.

Diese litt kurz vor Reiseantritt unter sog. Bluthochdruckkrisen und tratt die Reise nicht an. Die Versicherung verweigerte die Leistung mit dem Argument, wer unter Bluthochdruck leide, könne nicht unerwartet krank werden, sondern sei ja schon krank.

Das sah das LG Hamburg anders.

Auch unerwartet, schwere Verschlimmerungen bestehender Erkrankungen stellten einen Rücktrittgrund da.

Schön, wenn man mit seinen eigenen Urteilen „geschlagen“ wird.


Auch eine chronische Erkrankung (Bluthochdruck) kann zum Reiserücktritt berechtigen

Diese Auffassung vertrat jüngst das AG Hamburg-Barmbek (B. v. 19.02.2013 811a C 160/12) und bezog sch dabei auf eine Entscheidung des LG Hamburg aus dem Jahr 2002.

Eine chronische Erkrankung, die eine Reisefähigkeit grds. nicht in Frage stellt, kann zum Rücktritt berechtigen, wenn die eingetretene Verschlechterung erheblich ist

Das LG Hamburg (U. v. 25.10.2002, 306 O 137/02; RRa 2003, 43) hatte einer an Bluthochdruck erkrankten aber durch Medikamente eingestellten Reisenden Recht gegeben.

Diese litt kurz vor Reiseantritt unter sog. Bluthochdruckkrisen und tratt die Reise nicht an. Die Versicherung verweigerte die Leistung mit dem Argument, wer unter Bluthochdruck leide, könne nicht unerwartet krank werden, sondern sei ja schon krank.

Das sah das LG Hamburg anders.

Auch unerwartet, schwere Verschlimmerungen bestehender Erkrankungen stellten einen Rücktrittgrund da.

Schön, wenn man mit seinen eigenen Urteilen „geschlagen“ wird.


Archive