ersattung

Tag Archives

Vorsicht bei Doppelversicherung wegen Erkrankung im Ausland – Erstattung von Krankenhauskosten

Der Reisende hatte eine private Krankenversicherung. Seine mitreisende Ehefrau war dort mit versichert. Bei dieser Versicherung stand dem Kläger ein Wahlrecht zu, entweder Kostenersatz oder Krankenhaustagegeld im Fall des Versicherungsfalls zu beanspruchen.

Gleichzeitig hatte der Kläger aber auch noch eine Auslandsreisekrankenversicherung. In den Versicherungsbedingungen dazu heiß es:

„… Besteht Anspruch auf Leistungen … oder durch einen anderen Ersatzpflichtigen, so ist der Versicherer nur für den die Leistungspflicht des Ersatzpflichtigen übersteigenden Betrag für die notwendigen Aufwendungen leistungspflichtig.“

Während des Urlaubs kam es bei der Ehefrau des Reisenden zu einem Unfall. Sie musste behandelt werden. Es entstanden Behandlungskosten im Krankenhaus von über € 2.000,00.

Der Reisende nahm seine private Krankenversicherung nicht auf die Behandlungskosten, sondern auf Krankenhaustagegeld in Anspruch (welches deutlich geringer ausfiel)  und verlangte von der Auslandskrankenversicherug die Erstattung der Krankenhauskosten.

Die Versicherung verweigerte die Bezahlung und berief sich auf ihre Versicherungsbedingungen.

Das Amtsgericht Hamburg-Barmbek (U. v. 29.12.2014 – 815 C 171/14 –nichts rechtskräftig-) hat die Klage des Reisenden abgewiesen.

Nach Ansicht des Gerichts kann sich die Auslandskrankenversicherung zu Recht auf die Subsidiaritätsklausel berufen.

Danach hätte der Reisende ja einen Anspruch gegen seine private Krankenversicherung auf Erstattung der Krankenhauskosten gehabt. Durch seine Wahl (Krankenhaustagegeld) ist dieser Anspruch untergegangen und muss auch nicht durch die Auslandsreisekrankenversicherung ersetzt werden.

Das Amtsgericht hält diese Klausel, gemessen an den §§ 305ff. BGB auch für wirksam.

Im Hinblick auf diese Entscheidung ist es bei einer Doppelversicherung im Versicherungsfall zunächst ratsam abzuklären, welche Versicherung für welche Kosten aufkommt.

Sollte das Landgericht Hamburg die Entscheidung des Amtsgerichtes bestätigen, bleibt der Reisende hier immerhin auf über € 2.000,00 Kosten sitzen.


Archive