behandlung

Tag Archives

Unerwartet schwere Erkrankung – es kommt auf die Sicht des „Durchschnittskunden“ an

Im Reiseversicherungsrecht kommt es bei der Stornierung der Reise wegen Erkrankung auf deren schwere an und ob diese Erkrankung auch unerwartet war.

Das AG Hamburg- St. Georg (U. v. 21.02.2014 – 911 C 235/13 [noch nicht rechtskräftig]) hatte einen Fall zu entscheiden, bei dem vor der Reisebuchung beim Versicherungsnehmer ein Vorhofflimmern diagnostiziert worden war. Der VN wurde behandelt.


Kurz und knackig – keine Erstattung bei „dringender medizinisch erforderlichen Diagnostik“

Das hätte ich der Klägerin auch gleich sagen können.

Die Klägerin buchte eine Reise in die Karibik zum Preis von Euro 7.785,00. Ein paar Tage später, schloss sie eine Reiserücktrittsversicherung ab. Vier Tage danach, reichte die Klägerin/Versicherungsnehmerin ein Attest ein, wonach

„aufgrund einer dringend medizinisch erforderlichen Diagnostik“

die Klägerin nicht reisen könne.

Das AG Hamburg-Altona (U. v. 07.07.2013, 318b C 61/13) hat den Anspruch der Klägerin auf Rückzahlung der Stornokosten kurz und bündig zurückgewiesen.

Chronische Erkrankung

Wer unter einer chronischen Erkrankung (Varizen in der Speiseröhre) leidet und deswegen regelmäßig in Behandlung ist, muss damit rechnen, deswegen eine Reise nicht antreten zu können.
Anders der Fall, wenn eine chronische Erkrankung vorliegt, der Patient aber medikamentös so eingestellt ist, dass es lediglich allgemeiner Kontrolluntersuchungen bedarf (vgl. LG Hamburg in RRa 2003, 43).

Zumal vorliegend die Klägerin bei Abschluss der Versicherung wusste, dass kurz nach Buchung der Reise wieder eine Behandlung anstand.


Archive