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Reiseabbruch bei Pauschal-Reisen; hier eine Kreuzfahrt

Kreuzfahrten sind in den vergangenen Jahren immer beliebter geworden. Die Hochseeschiffe fassen teilweise bis zu 5000 Passagiere und die Preise sind auch erschwinglicher geworden, so dass man sagen kann, ist die Kreuzfahrt-Indutrie einer der am stärksten wachsenden Sektoren im Tourismus.

Da die Reisen jedoch auch wenn sie preiswerter geworden sind, relativ viel Geld kosten ist über entsprechende Versicherungen wie Reiserücktritt oder Reisabbruch vorsorglich nach zu denken.

Im vorliegenden Fall hatte der  Reisende für sich und seine Frau eine Kreuzfahrt mit An- und Abflug gebucht. Er zahlte 5.488,00 DM für die Pauschalreise und schloss eine Versicherung wegen Reiseabbruch ab.
In den Bedingungen der Versicherung hieß es, bei Abbruch der Reise erstattet die Versicherung aus dem Wert der nicht genutzten Reiseleistung.

Die Frau des Reisenden erkrankte, man brach die Reise ab. Der Reisende machte für die nicht genutzten Tagen 3.773,00 DM geltend bezogen auf den gesamten Reisepreis. Die Versicherung hingegen wollte die Entschädigung aus einem durch den Flugpreis bereingtem Wert ermitteln.

Das sah der Bundesgerichtshof (BGH) anders und gab dem Reisenden Recht.

Bei einer Pauschal-Reise gäbe es zwar mehrerer Leistungen, die der Reiseveranstalter aber zu einer Gesamtheit zusammengefasst  hat.
Auch nach dem Sinn und Zweck einer solchen Versicherung, soll der Reisende gegen Schaden in Gestalt nutzloser Aufwendungen abgesichert werden. Würden die Flugkosten unberücksichtigt bleiben, würde der Reisende diesen Schaden selbst zu tragen haben.

(BGH, U. v. 28.01.2004 – IV ZR 65/03 in RRa 2004, 90ff.)

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