Anzeigenrecht

Kein Pokern des Reisenden mit den Stornierungsterminen

Wird bei dem Reisenden ein bösartiges Krebsleiden festgestellt, wonach die behandelnden Ärzte im Anschluss an die Operation eine Strahlentherapie anordnen, so muss der Reisende unmittelbar im Anschluss an diese Anordnung eine zuvor gebuchte Reise stornieren und darf nicht darauf hoffen, dass einer entsprechenden Reise nichts im Weg gestanden hätte.

Mit dieser Entscheidung hat das AG Winsen (Luhe) (U. v. 18.03.2013, 16 C 1392/12) deutlich gemacht, dass die dem Reisenden obliegende Pflicht nach § 82 I VVG, diesen dazu verpflichtet, im Zweifel bei Vorliegen einer Erkrankung (bezogen auf die Reiserücktrittversicherung) zeitig zu handeln, um Schaden von sich und der Versicherung abzuwenden.

Mehre schwerwiegende Diagnosen

Im vorliegenden Fall, waren bei dem Reisenden kurz hintereinander schwerwiegende Befunde festgestellt worden (zuletzt Hinweis auf Prostatakrebs), so dass der Reisende diese Zeichen als

„deutlich aufziehende dunkle Wolken am Himmel“

hätte deuten müssen.

Grob fahrlässig im Sinne des § 82 VVG handelt der Versicherungsnehmer einer Reiserücktrittversicherung dann, wenn er ohne entsprechende ärztliche Beratung davon ausgeht, die Reise nach Besserung des Krankheitzustandes doch noch antreten zu können.

Wer also eine Reise bucht, nachdem man ihn ärztlich behandelt hat und bei dem noch vor der Reise weitere ernst zu nehmende Diagnosen gemacht werden, sollte sich von den behandelnden Ärzten bestätigen lassen die Reise antreten zu können oder unverzüglich die Reise zu stornieren, um den Schaden gering zu halten.

Der gute Glaube „wird schon schief gehen“, nutzt im Versicherungsrecht nicht fiel.

Other Posts

Archive