Nicht jeder Anwalts-Tipp ist gut bzw. richtig…

RA Seeholzer erlebt im Zusammenhang mit seiner Tätigkeit im Bereich der Adressbuchverlage immer mal wieder folgende Situation.

Ein Betroffener meldet sich telefonisch und schildert seinen Fall.

Er habe für die Fa. seiner Frau die Formulare vom Deutschen Adressdienst (DAD) Hamburg in Empfang genommen und „bearbeitet“. Nachdem er das unterschriebene Formular zurückgesandt hatte, kam ca. 4 Wochen später die Rechnug des DAD.

Erst dann wurde ihm bewusst, dass es garnicht um einen  Korrekturbogen mit kostenlosen Eintrag ging, sondern das in diesem Fall ein kostenpflichtiger Vertrag zustande gekommen sein sollte.

Mit dieser Information ist er zu einem befreundeten Rechtsanwalt gegangen und hat diesen um Rat gefragt.

Der Anwalt soll daraufhin geraten haben, zu zahlen oder ähnliches, mit der Begründung, man habe schließlich unterschrieben.

Die Aussage des „Kollegen“ ist in diesem Zusammenhang schlicht falsch, weil keine konkrete Prüfung stattgefunden hatte, ob es Möglichkeiten gibt z. B. das Rechtsgeschäft wegen Irrtums oder arglistiger Täuschung anzufechten.

Gerade im Zusammenhang mit den Formularen von Adressbuchverlagen sollte man, wie die aktuelle Rechtsprechung zeigt, sorgfältig umgehen (vgl. dazu AG Hamburg Barmbek, U. v. 27.10.2009 820 C 187/09; LG Ingolstadt, U. v. 08.10.2009 23 S 1115/09).

Zumindest diese Prüfung hätte der Kollege vornehmen sollen, bevor er den Rat gab. 

Ohne eine konkrete Auseinandersetzung mit dem Lebenssachverhalt und anschließender Prüfung, sollte man solche „Tipps“ nicht geben, sondern an kundige Stellen verweisen.

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