Kann man die Anwälte vom Forum Verlag aus Koblenz noch ernst nehmen?

Kann man die Anwälte vom Forum Verlag aus Koblenz noch ernst nehmen?

Am 25.08.2015 habe ich für eine Mandantin gegen den Forum Verlag (jetzt mit Sitz in Koblenz, früher Wiesbaden) vor dem Amtsgericht in Otterndorf (Niedersachsen) eine Leistungs- und negative Feststellungsklage erhoben.

Weil es seit geraumer Zeit zu Zustellproblemen beim Forum Verlag kommt – denn weder in Wiesbaden noch in Koblenz können an den vom Verlag selbst genannten Adressen Klagen zugestellt werden – waren in der obigen Klage die Kollegen benannt worden, die seit geraumer Zeit den Forum Verlag juristisch betreuen und in Prozessen vertreten.

Am 22.10.2015 nimmt der Kollege zu der zugestellten Klage Stellung und bestreitet seine Mandatierung sowie Zustellungsbevollmächtigung.

„In Sache … teilen wir dem Gericht mit, dass unsere Kanzlei zu keinem Zeitpunkt mandatiert war und auch nicht mandatiert werden wird. … Unsere Kanzlei ist nicht zustellungsbevollmächtigt. „

Ok, eine Zustellungsbevollmächtigung kann nicht „erzwungen“ werden und wenn der Kollege das so schreibt, glaube ich ihm auch.

Also bitte ich das Gericht erneut die Klage direkt zuzustellen. Nachdem das Gericht mir mitteilt, dass die Klage in Koblenz nicht zugestellt werden kann, beantrage ich mit Schriftsatz vom 18.11.2015 die öffentliche Zustellung. Diese wird mit Beschluss vom 02.12.2015 gewährt; soweit, so gut.

Die nun anschließende Posse der Kollegen ist einmalig.

Mit Schriftsatz vom 22.12.2015 bestellt sich der Kollege, welcher noch mit Schriftsatz vom 22.10.2015 mitteilte, er würde nicht mandatiert!

Gleichzeitig beantragt er auch noch eine Fristverlängerung zur Klagerwiderung bis zum 22.01.2016.

Ich finde ein solches Verhalten peinlich und frage mich, ob der Kollege selbst das nicht lächerlich findet. Er weiß seit dem 22.10.15 um die Klage und erst als die öffentliche Zustellung erfolgt, fällt ihm die Mandatierung ein?

Ich bestreite jetzt erst einmal, dass der Kollege ordentlich mandatiert wurde und werde ihm das Leben in dieser Sache, wegen seines, eines Anwalts unwürdigen Verhaltens besonders schwer machen. 

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  1. Muss es sein, so über Kollegen herzuziehen, die dazu keine Stellungnahme abgeben können (weil sie vorher nicht gefragt wurden)?
    Vielleicht hat das taktische Gründe (Zeit, Aufwand), vielleicht will das der Mandant so… Warum ist derlei Verhalten „unwürdig“?
    Wäre es dann genauso unwürdig, völlig abstruse und alberne Argumente vorzubringen, obwohl es eigentlich gar keine Argumente gegen den geltend gemachten Anspruch gibt? Was meinen Sie, wie oft ich folgendes erlebe: Wir mahnen ein Untenehmen wegen unerlaubter Fotonutzung ab. Bei derlei Fällen sind eigentlich die meisten Fragen höchstrichterlich zigfach entschieden. Was machen 90% der Anwälte, die der Abgemahnte beauftragt? Wir nennen das BGH- oder OLG-Urteil, das genau zu unserem Fall passt (by the way: Dieses OLG wäre auch in Berufungsverfahren örtlich zuständig). Dann kommt ein Satz vom Anwalt zurück: „Ich sehe das anders.“ Punkt, alles wird abgelehnt. Wir erheben dann Klage und haben bisher alle (!) Klagen ohne Einschränkung gewonnen.
    Die Anwälte? Meist Familienrechtler, Verkehrsrechtler, Arbeitsrechtler, die sich auch mal im Urheberrecht versuchen wollen.
    Ist das nicht unwürdig für einen Anwalt?
    Soll ich solche Kollegen hier mit ihren albernen Argumenten bloßstellen können?
    Ich würde mir wünschen, wenn wir uns im Netz nicht unnötig zerreißen.

    • admin

      Sehr geehrter Herr Kollege (?)!
      Ich kann Ihren Zeilen kein wirkliches Argument entnehmen, wieso ich meine Meinung / Kritik gegenüber den Kollegen von Forum Verlag nicht so äußern dürfte bzw. sollte.
      Wer durch Vermeidung von Zustellungen auf Zeit „schindet“ und dann auch noch falsche Aussagen macht, darf mal Kritik erfahren…

      Übrigens eine ra-tobias.de ist nicht registriert…

      MfG, RA J. Seeholzer

  2. Muss es sein, so über Kollegen herzuziehen, die dazu keine Stellungnahme abgeben können (weil sie vorher nicht gefragt wurden)?
    Vielleicht hat das taktische Gründe (Zeit, Aufwand), vielleicht will das der Mandant so… Warum ist derlei Verhalten „unwürdig“?
    Wäre es dann genauso unwürdig, völlig abstruse und alberne Argumente vorzubringen, obwohl es eigentlich gar keine Argumente gegen den geltend gemachten Anspruch gibt? Was meinen Sie, wie oft ich folgendes erlebe: Wir mahnen ein Untenehmen wegen unerlaubter Fotonutzung ab. Bei derlei Fällen sind eigentlich die meisten Fragen höchstrichterlich zigfach entschieden. Was machen 90% der Anwälte, die der Abgemahnte beauftragt? Wir nennen das BGH- oder OLG-Urteil, das genau zu unserem Fall passt (by the way: Dieses OLG wäre auch in Berufungsverfahren örtlich zuständig). Dann kommt ein Satz vom Anwalt zurück: „Ich sehe das anders.“ Punkt, alles wird abgelehnt. Wir erheben dann Klage und haben bisher alle (!) Klagen ohne Einschränkung gewonnen.
    Die Anwälte? Meist Familienrechtler, Verkehrsrechtler, Arbeitsrechtler, die sich auch mal im Urheberrecht versuchen wollen.
    Ist das nicht unwürdig für einen Anwalt?
    Soll ich solche Kollegen hier mit ihren albernen Argumenten bloßstellen können?
    Ich würde mir wünschen, wenn wir uns im Netz nicht unnötig zerreißen.

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