Eine Frage der „richtigen“ Honorierung bei der Bearbeitung von Mandaten im Zusammenhang mit Adressbuch-Firmen

Firmen wie die Pro Media Verlags GmbH, Frankfurt bieten unter dem Portal www[dot]aerzte-auskunft.com Medizinern und anderen medizinischen Berufsvertretern an, dort Daten wie Fachrichtung, wie den Namen, die Adresse einzutragen.

Was für den Betroffenen wie eine bloße Korrektur seiner Daten aussieht, entpuppt sich als gut getarntes Angebot zum Abschluss eines sog. Werbeinsertionsvertrages, der viel kostet aber wenig bringt.

Bei Pro Media zahlt man pro Jahr 756,00 € (netto), bei einer Laufzweit von 2 Jahren macht das € 1.512,00.  Meist verlängert sich der Vertrag um ein weiteres Jahr, wenn der Kunde nicht rechtzeitig gekündigt hat.

Auch die Fa. IHG Buisness Data SL Ingolstadt und Sitz in Madrid geht ähnlich vor, beim Kundenfang.

Unter Deutsches Ärzteverzeichnis www[dot]aerzte-gesundheit.de sollen die Daten der Betroffenen zum Preis von € 43,00 pro Monat (netto), pa. € 516,00 bei einer Laufzeit von 3 Jahren mit Gesamtkosten von € 1.826,64 zu Buche schlagen.

Bei der Betretung dieser Mandate ist nicht nur umfassende Aufklärung über den juristischen Sachstand notwendig, sondern auch, dass das Mandat wissen muss, was es kostet, wenn es diese Angelegenheit einem durch jahrelange Erfahrung im Umgang mit diesen Firmen geschulten Anwalt übergibt.

In außergerichtlichen Angelegenheiten steht es dem Anwalt frei, mit dem Mandanten eine Vergütungsvereinbarung zu treffen, die von den gesetzlichen Vorschriften des Rechtsanwaltsvergütungsgesetzes (RVG) abweicht.

Das Honorar des jeweiligen Falles sollte wirtschaftlich so bemessen sein, dass es die vereinbarte Tätigkeit (hier: die gesamte außergerichtliche Betreuung) wirtschaftlich abdeckt. Da geht vom ersten Sichten der eingereichten Unterlagen, über die Aktenanlage, bis zu einer ersten schriftlichen Einschätzung der Sach- und Rechtslage, zum eigentlichen Auftrag, mit entsprechender Korrespondenz mit den Firmen und Mandanten. Diese Mandate können sich über Monate auch Jahre hinziehen.

Im Internet findet man immer wieder auf Seiten von Kollegen, Angebote und Preise die einen daran zweifeln lassen, ob der genannte Preis wirtschaftlich deckend ist oder nicht.

Z.B. bietet eine Kanzlei aus Berlin an, die gesamte aussergerichtliche Betreuung mit einem Adressbuchportal für € 150,00 (!) netto zu übernehmen. Das bedeutet die Kollegen wollen für insgesamt € 150,00 die gesamte außergerichtliche Abwicklung des Falles gewährleisten, also Korrespondenz mit der Fa., Telefonate mit dem Mandanten, Schreiben an und weiterleiten etc.

Wir halten solche Preise für Dumping-Preise, die bei einer wirtschaftlich ausgehenden Betrachtung nicht in Frage kommen dürften.

Solche Preise könnten nur dann angemessen sein, wenn man im Jahr mehrere Hunderte Mandate davon erzielen kann, wie es aus unserer Kenntnis nur sehr wenige Kollegen in dieser Branche können.

Wenn man schon im Preissegment sich an die Vorgaben des RVGs‘ (auch außergerichtlich) hält, sollte man berücksichtigen, dass dies auf Dauer nur durch ein enormes Massengeschäft kompensiert werden kann.

Selbst bei höheren  Preisen, die vereinbart wurden bzw. werden, bleibt das anwaltliche Honorar in der Regel deutlich unter dem, was solche Firmen wie IHG Business und Pro Media für die Vertragslaufzeit verlangen.

Und solange eine gewisse Transparenz herrscht und dem Mandanten klar ist, was er für das Honorar erwarten kann, ist auch ein höheres Honorar angemessen.  

Wichtig ist allein, der Mandant muss sich gut aufgehoben und anständig vertreten fühlen.

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