Die Masche mit dem doppelten Telefonat

Manche Adressbuchfirmen nutzen keine Formulare mehr, um einen Vertrag zu begründen, sondern setzen auf das Telefon.

Zunächst kommt es zu einem Anruf seitens der Adressbuchfirma beim potenziellen Kunden. Dem RA Seeholzer liegt eine genaue Schilderung des Ablaufs eines solchen Telefonats vor, was hier auszugsweise wiedergegeben wird.

Eine männliche Stimme meldet sich. Der Firmenname wird nicht genau genannt. Es wird darauf hingewiesen, dass es sich um den Eintrag in ein Branchenbuch handele. Daraufhin der potentielle Kunde, ob man da schon drin stehe. Ja, sagt der Anrufer und man sei schon 850mal aufgerufen worden. Ob es sich um das ganz „normale“ Branchenbuch handele, es wird wieder bestätigt. Der potentielle Kunde wird darauf hingewiesen, dass man bei Abschluss eines 3-Jahresvertrages nur € 10,00 pron Monat zahlen müsste. Der potentielle Kunde bittet um Übersendung entsprechender Unterlagen, gehe aber davon aus, dass man eher an einer 3 Jahresbindung interssiert sei, als an ein 2-jährigen, die pro Monat € 15,00 koste.
Das Telefonat endet.

Kurze Zeit später erfolgt ein weitere Anruf, diesmal von einer Frau.
Man wolle die Daten nochmal abgleichen, ob denn das alles so stimme. Dies wird natürlich bestätigt. Gleichzeitig wird der Kunde gefragt, ob er mit einer Bandaufzeichnung einverstanden sei, auch dies wird bejaht.

4 Tage später erhält der Kunde eine Rechnung über € 428,40.

Auf  konkrete Nachfrage des Kunden wird schriftlich mitgeteilt, dass ein auf 3 Jahre festgelegter Eintrag in einem Internetbranchbuch vereinbart worden sei.

„… Die Auftragserteilung wurde durch ein Kontrollgespräch mit Bandaufzeichnung am gleichen Tage um 15:07 Uhr durch Sie bestätigt. … “

Dann erhält der Kunde eine Lektion in Juristerei.

„… Laut BGB ist für Verträge keine Schriftform vorgegeben. Mündliche Verträge sind ebenfalls rechtsverbindlich. Ein Vertrag dokumentiert lediglich den Willen zweier Vertragsparteien … … Ein Vertrag benötigt daher keine Unterschrift. Dieses zu wissen wird bei Ihnen als Gewerbebetrieb/Selbstsändiger/Freiberufler vom Gesetzgeber vorausgesetzt. … “

Dieser Ansicht der Firma Weinert Verlag Ltd. aus Kranenburg kann entgegengehalten werden, dass gem. §§ 145ff. BGB ein Vertrag nur dann zustande kommt, wenn die entsprechenden Willenserklärungen der Parteien korrespondieren, da.h. auf das selbe Ziel gerichtet sind.

Man spricht auch von einer erklärten Willensübereinstimmung über die Herbeiführung eines rechtlichen Erfolges (vgl. bei Palandt, BGB, 68. Auflage 2009, § 145 Rd.1).

Im obigen Bespiel zeigt sich deutlich, dass von einer übereinstimmenden Erklärung der Parteien keine Rede sein kann.

Der Angerufene hatte deutlich gemacht, dass er zunächst noch einmal Unterlagen haben wollte, bevor er sich für den Eintrag entscheidet. Ein Bindungswille ist hierin noch nicht zu erkennen.

Ob das Internetportal branchenverzeichnis24.de einen wirksamen Werbewert hat, vermag an dieser Stelle nicht beurteilt werden.

Geht man aber davon aus, dass es sich bei diesem Portal um ein ähnliches wie das unter branchenverzeichnis24.com handelt, dann könnte man an Hand der Daten von webtrafficagents.com zum Ergebnis kommen, dass die Besucherzahl sich im Gegensatz zu den gelbeseiten.de arg in Grenzen hält (durchschnittliche Besucherzahl bei branchverzeichnis24.com 7, gelbeseiten 106454 pro Tag (Stand: 27.09.2009)).

Other Posts

There are 13 comments. Add yours.

  1. Hallo an alle.

    Ich bin gerade auf der Suche nach einer Lösung, wie ich dem Weinert Verlag entkommen kann.

    Auch ich habe im Dezember 2009 telefonisch einen Vertrag abgeschlossen.
    Mir wurde damals mitgeteilt, das dieser Eintrag besonders wichtig ist, um mit den Scjhlagwörtern bei Google mehr Treffequoten zu erreichen und besser gefunden zu werden.
    Nach dem ich nun Monat für Monat bei Google die Adwords eingegeben habe, die ich damals angegeben habe, und weder auf Seite 1 noch auf Seite 20 mit dem Branchenverzeichnis24 aufgelistet wurde, möchte ich mich nun eigentlich dagegen wehren.
    Laut Rechnung bin ich 36 Monate an den Vertrag gebunden, kann ihn aber weder kündigen, noch widerrufen.Dies ist für Selbstständige und freiberufler nicht gesetzlich vorgesehen.

    Tja und nun stehe ich da und muss noch 2 Jahre die volle Summe bezahlen.

    ich finde diese Masche eine echte Abzocke und kann allen nur empfehlen, sich dort nicht anzumelden.Man findet das Branchenverzeichnis eh nicht.

  2. Guten Tag Herr Kollege, Ihre Seite war sehr hilfreich beim Vorgehen gegen den Weinert Verlag. Nachdem ich einen Klageentwurf übersandt haben die Herrschaften auch die Kosten gezahlt.

  3. it mouse

    Hallo,

    ich habe vor ein paar Wochen einen Anruf bekommen. Den Firmennamen hatte ich leider nicht verstanden, da der Anrufer sich aber auf einen bestehenden Branchenbucheintrag bezog dachte ich, dass sich der Anruf auf meinen bereits geschalteten Eintrag bezieht.
    Der Anrufer war sehr freundlich, erzählte mir dass die Firma im letzten Geschäftsjahr gut gewirtschaftet hat und deshalb den Kunden etwas zurückgeben möchte. Der Monatsbeitrag würde um 10 Euro gekürzt werden. Das fand ich natürlich toll.

    Kurze Zeit nachdem der Anruf beendet war rief eine Kollegin des Anrufers zurück um das ganze auf Band aufzunehmen. Und ich war wirklich so einfältig das zuzulassen. Ich hatte gleich danach ein komisches Gefühl bei der Sache. Dieses bestätigte sich dann ein paar Tage später mit dem Erhalt der Rechung von der Fa. Weinert, Branchenverzeichnis24. Diese betrug über 800 Euro, welche nicht monatlich sonder innerhalb kürzester Zeit überwiesen werden sollte.

    Da ich ja dachte der Anrufer wäre von meinem bereits bei einer anderen Firma bestehenden Firmeneintrages, hab ich den Vertrag der Fa. Weinert sofort Widerrufen. Zwei Tage später kam ein Brief in dem stand, dass die Widerrufung nicht rechtens ist, da ich ein gewerblicher Kunde bin und kein Recht auf Widerrufung habe. Ich habe mich dann im Internet schlau gemacht und musste feststellen, dass dies stimmt.
    Bei meiner Recherche habe aber auch Einträge über die Fa. Weinert gefunden und festgestellt, dass ich nicht die Einzige bin die von dieser Firma reingelegt wurde.
    In diesem Fall besteht der Fall der arglistigen Täuschung. Auf einer der Homepages habe ich dann auch gleich einen Anwalt gefunden der schon mehrere Mandanten gegen die Fa. Weinert vertreten hat. Diesen habe auch ich beauftragt.

    Das Ende der Geschichte ist dieses. Der Anwalt der Fa. Weinert hat vorgeschlagen dass auf eine wechselseitige Geltendmachung von Ansprüchen bei gegenseitiger Kostenaufhebung verzichtet wird.
    Somit war das Ganze mit wenig Aufwand für mich erledigt.

    Leider bin ich auf den Anwaltskosten von 120 Euro sitzen geblieben, nehme dies aber als Lehrgeld.

  4. Bauer

    Hallo, habe gerade noch mal Glück gehabt. Bekam eben exakt den gleichen Anruf wie beschrieben, nach Ablauf des Telefonats kam mir alles so ein bißchen spanisch vor und habe den Weinert Verlag gegoogelt. Genau in dem Moment als ich diese Seite gefunden habe, kam auch schon der Anruf zur Bestätigung. Ich habe sofort widerrufen und man versicherte mir, dass die Sache damit erledigt sei. Na, da bin ich jetzt aber mal gespannt.
    Ich habe eine Rechtsschutzversicherung, von der ich auch schon Gebrauch gemacht habe. Da lief alles gut. Hoffentlich brauch ich sie nicht.

  5. Seiler

    Hallo,
    habe heute vom Anwalt der Firma Weinert Verlag ein Schreiben bekommen, in dem mir mitgeteil wird, das gegen mir wegen Betrug ermittelt wird.
    Mir ist das gleiche passiert, wie von Ihnen beschrieben.
    Doppelter Anruf und so weiter.
    Mal sehen, wie es weiter geht,

  6. Demcy

    Brauche undbedingt den Namen des Anwaltes der „it mouse“ rausgehauen hat!

    Dennn zu allem kann ich nur sagen DITO! Ich voll Idiot!

    • admin

      Guten Tag! Den Kollegen kenne ich leider nicht.

      Hamburg, den 15.12.2010

      MfG, RA Jochen Seeholzer

  7. fell

    hallo, bin von fa weinert , Gewerbeverlag, kdg Verlag genau auf die gleiche Weise antelefoniert worden. Leider muss auch ich sagen: Ich Idiot!

    Rat: Keine telefonischen Branchenbucheinträge annehmen!!
    geht bei ein bisschen Internetrecherche kostenfrei!!

  8. Schmidt,M.

    Habe die Rechnung vom Weinert Verlag gezahlt, da mir der RA Harald Schneider, Auf der Papagei 36, 53721 Siegburg mit straf-u.zivilrechtlichen Schritten gedroht hat.
    Was kann ich unternehmen, um mein Geld zurück zu bekommen.

    • admin

      Guten Tag! Gehen Sie zu einer Kollegin oder Kollegen und lassen sich dort beraten. An dieser Stelle kann eine solche Beratung nicht erfolgen.

      Hamburg, den 23.02.2011

      MfG, RA Jochen Seeholzer

  9. M.H

    Hatte heute einen netten Anruf der des branchenverzeichnis24. Ein sehr netter Herr M. hatte ein sehr langes Gespräch mit mir, in dem er mir mehr über sein Leben redete als über die Firma. Ich habe gleich nachgefragt um was für eine Firma es sich handelte etc. auch wo wir dadurch auftauchen würden. Google war einer der Partner auf die ich verwiesen wurde. Ausserdem harkte ich noch mal genau nach, ob ich wirklich schon in diesem Verzeichnis stehe und wie es zu einem solchen Vertragsabschluss gekommen ist. Da ich mich nicht erinnern konnte in so etwas vor einem Jahr eingewilligt zu haben. Man sagte mir dann, dass ich letztes Jahr eine der glücklichen war die es umsonst bekommen haben. Jetzt wäre die Seite ja doch aber noch viel besser durch unbegrenzte Zahl von Keywords etc. Wie vorher erwähnt konnte ich zwischen einem Jahr und den 2 (die eigentlich 3 sind) wählen. Ich sagte darauf hin 1, aber das dies noch kein Vertragsabschluss ist. Worauf hin ja eh auf das 2. Telefonat verwiesen wurde. Nachdem Telefonat hab ich mal ein bisschen gegoogelt und bin auf dvvg gestoßen. und nur negative kommentare im zusammenhang mit der nummer. man erwähnte im telefonat 1auch nur das deutsche branchenverzeichnis und nicht branchenverzeichnis24.
    Als ich dann am 2. Telefonat sagte, ich hätte kein Interesse mehr wurde ich gefragt warum.
    Der Herr stellte sich auch gleich als Mitarbeiter des Weinert Verlages vor. Da meinte ich das erste Mal, dass mir eine Firma erwähnt wurde. Da meinte er nur, dass sein Kollege sich wohl nicht richtig vorgestellt hat. Auf ausserdem hinweisen, das ich nur negative Kommentare gefunden habe, meinte er ausserdem, dass die Gelben Seiten ja auch nicht nur positive Kommentare hätten.
    Durch Nachfragen, wo eigentlich der Firmensitz des Unternehmens wäre, sagte man mir Emmerich. Der Telefonnummer zu folge wäre es Bünde, was der Herr am Telefon allerdings verneinte. Auf jeden Fall habe ich dann alles widerrufen und gesagt das ich mich dann wohl noch mal weiter informieren werde und mich ggf melden würde.
    Nun frage ich mich jedoch, wenn der Firmensitz in Emmerich ist, hat die Firma „Business Service Media GmbH“ etwas mit Branchenverzeichnis24 zu tun? Von denen habe ich nämlich erst letzte Woche einen Anruf erhalten und meinte das mir die ach so vielen Klicks die wir gehabt hätten nicht die Auswirkungen auf die Firma gehabt hätten, die sie dann doch hätten haben müssen und das wir uns vorerst auf anderem Wege um Werbung kümmern. Hat da einer ähnlich Erfahrungen?

  10. oli

    haben soeben den exakt wie oben beschriebenen anruch einer Frau Obermeier von Weinert Verlag erhalten.
    Das übliche Blabla ob alle Einträge stimmen würden (war von unserer Homepage abgelesen) und ob die Anzeige weitergeschaltet werden solle.Habe ich auch geschaltet und hinterfragt welcher Verlag.Kannte ich nicht.Kostenpflichtig? ja das wäre so.Habe ich denen mitgeteilt dass das nicht von uns gewünscht würde.Gott sei dank!
    Direkt gegoogelt und auf diesen Warnhinweis gestossen.
    Mein tip: immer Vorsichtig bei irgendwelchen telefonanfragen
    egal welcher ART.

  11. Marco w1980

    Hallo

    Mir ist genau dasselbe passiert wie euch allen habe auch einen Anruf bekommen.Der gute Herr da am telefon hat mir erstmal von seinem leben erzählt das er auch mal Selbstständiger Handwerker war und so auch viel erfahrung mit internet Präsenz gemacht hat und da ich so viele klicks auf meinen eintrag im branchen verzeichniss habe solle ich doch meine schlagwörter erweitern das kostet durch seine entwicklung die er in der Firma Branchenverzeichniss 24 gemacht hätte ja nur 10 euro im monat.Und sämtliche einträge und schlagwörter wären dank ihm nun kostenlos.Das ende vom lied auch bei mkir kam das 2.telefongespräch zum abgleich der daten um mir meine unterlagen zuzuschicken.Alles was ich dann bekam war eine Rechnung von 392€ Heute nun bekam ich ein Schreiben der Anwaltskanzlei Dr.Harald Schneider der mir mit einer Anzeige droht wegen Eingehungsbetrug Ich zitiere einen satz aus diesem Brief zitat:Sie mögen sich ausrechnen,ob es angesichts der auf sie zukommenden Unannehmlichkeiten ggf.Straf und verfahrenskosten ,nicht sinnvoller und im ergebniss preiswerter für sie ist,die berechtigte Forderung meiner Mandantschaft zu Bezahlen.Ich werde die sache jetzt meiném Anwalt abgeben und mir überlegen selbst Strafanzeige gegen diese Firma zu stellen

Archive