Reisversicherungsrecht

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Kein Pokern des Reisenden mit den Stornierungsterminen

Wird bei dem Reisenden ein bösartiges Krebsleiden festgestellt, wonach die behandelnden Ärzte im Anschluss an die Operation eine Strahlentherapie anordnen, so muss der Reisende unmittelbar im Anschluss an diese Anordnung eine zuvor gebuchte Reise stornieren und darf nicht darauf hoffen, dass einer entsprechenden Reise nichts im Weg gestanden hätte.


Posttraumatische Belastung durch Trennung vom Lebenspartner kann ein Reiserücktrittsgrund sein

Die Hürden die der Reisende aber dabei zu nehmen hat, sind nicht „ohne“, so zumindest das AG HH Mitte in einem Hinweisbeschluss vom 20.09.2013 (15a C 54/13).

Psychische Belastung durch Trennung

Bestreitet der Rücktrittsversicher das Vorliegen des Versicherungsfalls, so holt das Gericht im Zweifel ein Sachverständigengutachten ein. Die sog. Facharztklausel hält vor dem AG HH Mitte. Diese Klausel zwingt den Reisenden der sich auf eine psychische Krankheit beruft dazu, ein Attest eines Facharztes für Psychiatrie vorzulegen. Solche ein Attest kann aber auch nach der Stornierung vorgelegt werden.

Der Reisende ist dann verpflichtet, die Reise zu stornieren, wenn er sichere Kenntnis davon hat, die Reise nicht antreten zu können oder es sich ihm gerade zu aufdrängen muss (z.B. Beinbruch) nicht reisen zu können.

Aussergerichtliche Anwaltskosten

Außergerichtliche Anwaltskosten sind zumindest dann nicht zu erstatten, wenn der Versicherungsnehmer lediglich um Erstattung der Stornokosten bittet und der Versicherer keine ernsthafte und endgültige Ablehnung zu verstehen gibt.


Kein Reiseabbruch und Versicherungsleistung bei Erdbeben / Psychische Belastung

Der Reisende hat keinen Anspruch aus einer Reiseabbruchversicherung, wenn es am Urlaubsort zu einem Erdbeben kommt und der Reisende behauptet, dadurch in eine hohe psychische Belastungssituation geraten zu sein und seine Reise vorzeitig beendet.


Die Facharztklausel in den Reise – Versicherungsbedingungen ist wirksam

Das Amtsgericht Hamburg hat in einem Hinweisbeschluß die wohl allgemeine Meinung bestätigt, dass unter bestimmten Umständen (z.B. psyische Erkrankung) ein Facharztattest vorzulegen ist, wirksam ist (HB v. 20.09.2013, 15a C 54/13).

Das Amtsgericht bezog sich dabei auf eine Entscheidung des AG Hamburg Wandsbek aus 2006.

Dort hatte der Kläger zunächst eine unerwartet schwere Erkrankung unter Vorlage eines Attestes eines praktischen Arztes, später weitere fachärztliche Erklärungen bei der Versicherung eingereicht.

Das Amtsgericht sah keine Obliegenheitsverletzung darin, dass der Kläger diese sog. Facharztatteste erst zu einem späteren Zeitpunkt eingereicht hatte, da ihm die Versicherungsbedingungen auch erst später zugegangen waren (vgl. AG Hamburg Wandsbek, U. v. 07.02.2006, 713B C 19/05).

Nach Auffassung des AG Hamburg (s.o.), besteht keine Verpflichtung des Reisenden, bereits bei der Stornierung ein solches Facharzt Bescheinigung bei zu bringen.

Im Falle eines Reiseabbruchs wegen psychischer Erkrankung ist dem Reisenden dringend anzuempfehlen, schnellstmöglich einen Facharzt zu konsultieren, wenn er nicht das Risiko eingehen möchte, auf den Reisekosten hängen zu bleiben, die durch den Rücktritt entstanden sind.


Auch eine chronische Erkrankung (Bluthochdruck) kann zum Reiserücktritt berechtigen

Diese Auffassung vertrat jüngst das AG Hamburg-Barmbek (B. v. 19.02.2013 811a C 160/12) und bezog sch dabei auf eine Entscheidung des LG Hamburg aus dem Jahr 2002.

Eine chronische Erkrankung, die eine Reisefähigkeit grds. nicht in Frage stellt, kann zum Rücktritt berechtigen, wenn die eingetretene Verschlechterung erheblich ist

Das LG Hamburg (U. v. 25.10.2002, 306 O 137/02; RRa 2003, 43) hatte einer an Bluthochdruck erkrankten aber durch Medikamente eingestellten Reisenden Recht gegeben.

Diese litt kurz vor Reiseantritt unter sog. Bluthochdruckkrisen und tratt die Reise nicht an. Die Versicherung verweigerte die Leistung mit dem Argument, wer unter Bluthochdruck leide, könne nicht unerwartet krank werden, sondern sei ja schon krank.

Das sah das LG Hamburg anders.

Auch unerwartet, schwere Verschlimmerungen bestehender Erkrankungen stellten einen Rücktrittgrund da.

Schön, wenn man mit seinen eigenen Urteilen „geschlagen“ wird.


Auch eine chronische Erkrankung (Bluthochdruck) kann zum Reiserücktritt berechtigen

Diese Auffassung vertrat jüngst das AG Hamburg-Barmbek (B. v. 19.02.2013 811a C 160/12) und bezog sch dabei auf eine Entscheidung des LG Hamburg aus dem Jahr 2002.

Eine chronische Erkrankung, die eine Reisefähigkeit grds. nicht in Frage stellt, kann zum Rücktritt berechtigen, wenn die eingetretene Verschlechterung erheblich ist

Das LG Hamburg (U. v. 25.10.2002, 306 O 137/02; RRa 2003, 43) hatte einer an Bluthochdruck erkrankten aber durch Medikamente eingestellten Reisenden Recht gegeben.

Diese litt kurz vor Reiseantritt unter sog. Bluthochdruckkrisen und tratt die Reise nicht an. Die Versicherung verweigerte die Leistung mit dem Argument, wer unter Bluthochdruck leide, könne nicht unerwartet krank werden, sondern sei ja schon krank.

Das sah das LG Hamburg anders.

Auch unerwartet, schwere Verschlimmerungen bestehender Erkrankungen stellten einen Rücktrittgrund da.

Schön, wenn man mit seinen eigenen Urteilen „geschlagen“ wird.


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