Branchenbuch locale-suche.com in Karagandy und Lexfati branchen-local.com in Moldawien sind sich doch sehr ähnlich… sicher kein Zufall!

Die Branchenbuchmasche scheint doch einträglich zu sein. Anders kann man es sich nicht erklären, wenn gerade zum Beginn des Jahres wieder tausende von Spam-Faxen verschickt werden.

Nahezu „identisch“ sind dabei die Formulare von Branchenbuch Hamburg und Umkreis (lokale-suche.com) und Branchenbuch der Region Hamburg und Umgebung (branchen-local.com) die im Januar 2013 bei den Mandanten aufschlagen.

Was bei dem einen der Businesseintrag für 998,00 € pro Jahr ist, ist bei dem anderen der Premiumeintrag für 960,00 €  pro Jahr. Beide Vertragstypen haben eine Laufzeit von jeweils 3 Jahren.  Beide Verträge haben eine sog. Verlängerungsoptionen. Dies bedeutet, wird der „Vertrag“ nicht rechtzeitig gekündigt, verlängert er sich um ein weiteres Jahr.

Und nicht umsonst haben sich Herr Bekbulat und Herr Lascu Serghei für die Unternehmen Sitze in Kasachstan und Moldawien ausgesucht.

Klasse ist auch die Gerichtsstandsvereinbarung in den AGB’s.

Bei lokale-suche.com heißt es bei „Vollkaufleuten“ ist Gerichtsstand in Karagandy (Kasachstan), bei branchen-local.com „Ist der Auftraggeber Vollkaufmann! Ist der Gerichtsstand Chisinau (Republik Moldawien).

Also, stellen beide Firmen wohl auf §§ 1ff. HGB ab. § 1 I HGB, danach ist Kaufmann im Sinne des HGB, wer ein Handelsgewerbe betreibt.

Für alle anderen gilt dann die Gerichtsstandsvereinbarung, so wie oben beschrieben nicht. Ärzte, Maler, Architekten etc. betreiben eben kein Handelsgewerbe, mit der Folge, dass man benannte Firmen auch in Deutschland verklagen könnte.

Da nicht besonderes vereinbar ist, kommt dann wohl auch deutsches Recht zur Anwendung.

Dies hätte zur Folge, dass die Anfechtungsregeln (§§ 119ff. BGB) gelten. Die Verjährungsvorschriften gem. §§ 194ff. BGB gelten etc.

Eines jedoch sollte man nicht unterschätzen. Einige der hier benannten Adressbuchfirmen klagen auch derweil mal vor deutschen Gerichten und haben auch mal Erfolg. Aus diesem Grund ist es dringend ratsam, sobald man merkt, man ist auf eines der oben genannten Formulare „hereingefallen“, sich anwaltlich beraten zu lassen und zwar von einer Anwältin oder Anwalt, der sich mit dem Geschäftspraktiken der Adressbuchfirmen auskennt.

Denn rein theoretisch kann eine solche Firma bei einem z.B. am 16.01.2013 unterzeichneten Formular die Forderungen bis zum 31.12.2018 verfolgen lassen, weil erst dann auch das letzte Jahr der Vertragslaufzeit abgelaufen wäre (§§ 199 I, 195 BGB).

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