Ärzte im Schussfeld

Ärzte sind offensichtlich eine beliebte Klientel bei Adressbuchbetreibern.
So erhielt ein Mandant des RA Seeholzer, der diesen im Zusammenhang mit einem Fall gegen die Fa. Temdi United Lda. Lisabon beauftragt hatte, ein Eintragungsformular der Fa. PTS Marketing Gmbh, Frankfurt am Main. Dabei geht es um den Eintrag in einem Verzeichnis unter aerzte-auskunft.net.

Unabhängig davon, dass man sich fragt, wie diese Firmen an die Daten  des Mandanten gekommen sind fällt auf, dass die Gestaltung der Formulare nach wie vor darauf ausgelegt ist, nicht deutlich werden zu lassen, dass es um einen kostenpflichtigen Vertrag gehen soll. 

Nur bei sehr, sehr (!) genauem Lesen, könnte dem Leser auffallen, dass man hier für einen Internetadressbucheintrag bei der Fa. PTS Marketing GmbH, für 2 Jahre einen Betrag von € 1.512,00 netto zahlen soll.

Es ist an dieser Stelle schon sehr fraglich, ob einem solchen Betrag eine entsprechende Gegenleistung gegenüber steht.

Desweiteren sollte man auf die Verlängerungsklausel achten. Kündigt der Kunde nicht fristgemäß, verlängert sich der Vertrag möglicherweise und nach dem Willen der Adressbuchfirma um ein weiteres Jahr.

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  1. Jens Becker

    Auch meine Frau hat im Eifer des Geschäfts auf ein Schreiben der Firma reagiert. Dies ist jedoch m.E.so verquer verklausoliert, dass eher auf eine Zahlungspflicht der Fa. erkannt werden müsste. Die Antwort auf mein erstes dahingehendes Schreiben ist wohl recht einfältig formuliert. Liegt mir noch nicht vor. Ich werde weiter berichten.

  2. Dr. Soudavar

    Liebe Leute,
    ich bin auch reingefallen! Neuerdings habe ich meinen Eintrag kontrolliert, ich stehe gar nicht unter meinen Fachkollegen,
    geschweige als Plus-Eintrag mit bester Platzierung!
    Die Leistung habe ich bemängelt, wenn man Rechung stellt,
    muss die Leistung erbracht sein. Weiß jmd einen Rat, ob man
    wenigstens teils der Rechnung erstattet bekommen kann , oder aufgrunddessen Recht auf außerordentliche Kündigung hätte?
    Mein fehlender Eintrag trotz gestellter Rechnung wurde abgewiesen, wäremein Eintrag abrufbar!

  3. Peter Jeschke

    Ein in unserer Praxis angestellter Kollege ist ebenfalls in die Falle getappt. In einer Zeitschrift fand er ein Einlegerblatt, auf dem sein Name mit einer falschen Facharztbezeichnung kombiniert war. Er nahm an, es handele sich um einen schon bestehenden kostenlosen Eintrag, korrigierte die eingetragene Facharztbezeichnung und faxte das Formular zurück, allerdings dummerweise mit seiner Unterschrift. Kleingedrucktes am Rande hatte er nicht gelesen. Als er eine Rechnung von mehr als 800 € pro Jahr für eine Mindestlaufzeit des Vertrages von zwei Jahren erhielt, schrieb er sofort an die Firma, zumal wir als Praxisinhaber auch sofort der Firma mitgeteilt haben, dass wir eine Veröffentlichung unserer Adresse untersagen. Die Firma antwortete umgehend freundlich und kaltschnäuzig, dass sie den Vertrag weiter als gültig und vollzugsfähig ansieht. Eine vorfristige Kündigung käme nicht infrage.
    Eigentlich, so denke ich, muss man gegen solche unlauteren Geschäftspraktiken klagen.

  4. Salomon-Sommer

    bin reingefallen , habe aber noch nicht bezahlt.Kann man dagegen angehen? Wollte nur eine Änderung da ich die Adresse geändert habe .

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